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30. September 2011, Tag des Flüchtlings
Diakonie betont moralische Verantwortung Europas
Menschen aus tunesischen Flüchtlingslagern müssen aufgenommen werden

 

Berlin, 30. September 2011

Anlässlich des Tags des Flüchtlings am 30. September fordert die Diakonie erneut
die humanitäre Aufnahme von Menschen aus tunesischen Flüchtlingslagern und eine
bessere Seenotrettung auf dem Mittelmeer.

"Die Not existiert unmittelbar vor unseren Augen. Es ist Europas moralische
Verantwortung, zu helfen", betont Johannes Stockmeier, Präsident des
Diakonischen Werkes der EKD.

5.000 Menschen warten seit Wochen und Monaten unter teilweise unerträglichen
Bedingungen auf ein Hoffnungszeichen. Dem Bürgerkrieg in Libyen entkommen,
hatten viele Zuflucht vor den Kriegs- und Krisenzonen im subsaharischen Afrika
gesucht. Da weder Libyen noch Tunesien in der Lage sind, Schutz zu bieten,
befinden sie sich in einer prekären Situation. Das UN-Flüchtlingskommissariat
hatte in den vergangenen Monaten die EU und ihre Mitgliedstaaten mehrfach um die
Aufnahme von Menschen aus den Flüchtlingslagern gebeten.

"Es muss selbstverständlich sein, den jungen Demokratien neben der
wirtschaftlichen Unterstützung auch humanitäre Hilfe zu leisten", bekräftigt
Stockmeier.

Zudem fordert der Diakonie-Präsident eine bessere Seenotrettung auf dem
Mittelmeer: Über 2.000 Flüchtlinge sind seit Jahresbeginn beim Versuch der
Überfahrt von den nordafrikanischen Küsten nach Europa im Mittelmeer ertrunken
oder werden vermisst. Und dies, obwohl die technischen Mittel zur Rettung
vorhanden sind und das Mittelmeer als eines der bestüberwachten Meere gilt.

"Dies wirft die Frage auf, warum an den Grenzen Europas im Kanal von Sizilien
eine Tragödie dieses Ausmaßes nicht verhindert werden kann", so Stockmeier.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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Stephan Röger, stellv. Pressesprecher

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